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Nachbericht und Resumée zur DM und DJM 2012


31. Mai 2012

Die Deutschen Meisterschaften im Schwimmen 2012 sind Geschichte – ein Fazit

Am Sonntag gingen die Deutschen Jahrgangsmeisterschaften in Magdeburg mit den 100m Brust der Jungs zu Ende. Mit diesem letzten Lauf endete auch der Höhepunkt dieser Saison. Bereits zwei Wochen zuvor waren die älteren Jahrgänge in Berlin am Start.
Am zweiten Juni Wochenende finden noch die Berliner Meisterschaften statt, die letzten Meisterschaften für diese Saison. Vor diesem letzten wichtigen Wettkampf für die Berliner Schwimmerinnen und Schwimmer ziehen wir aber schon ein Fazit aus Spandauer Sicht über die Titelkämpfe auf nationaler Ebene.

Die Deutschen Meisterschaften in Berlin

In Berlin gingen die Jahrgänge 1997 und 1996 bei den Frauen und bei den Jungs die Jahrgänge 1994 und 1995 an den Start. Wir waren mit sechs Sportlern am Start. Eine Teilnahme an den Jugendeuropameisterschaften (JEM) oder gar den Olympischen Spielen war keineswegs ein Ziel der angetretenen Wasserfreunde. Jedoch ging es für sie auch um viel. Denn sie sollten sich für ihr hartes Training in dieser Saison belohnen. Es reichte bei 22 Starts am Ende für neun persönliche Bestzeiten. Die restlichen Strecken wurden im Rahmen der Möglichkeiten abgeschlossen. Sehr gut war Lukas Kaiser (JG1995) über seine 400m Freistil unterwegs, die er mit einem sehr überragenden 7. Platz abgeschlossen hat. Chantal Richter (JG1996) zeigte ihre hohen Ambitionen auch über die 400m Freistil mit einer guten Bestzeit und einem verdienten 7. Platz im Finale. Melanie Friese (JG1996) verpasste leider über 100m Freistil den Sprung unter die Grenze von einer Minute. Über 50m Freistil meldete sie sich im Finale ihres Jahrgangs, konnte sich aber nicht zum Vorlauf steigern. Eric Schlegelmilch und Annika Gosda schafften persönliche Bestzeiten über ihre Rückenstrecken.

Nils Lüder (JG 1993) konnte leider nicht für einen Paukenschlag sorgen. Constantin Wolter (JG 1992) zeigte gute Leistungen für jemanden der bei weitem nicht mehr komplett dem Leistungssport verschrieben ist. Er studiert bei der Bundeswehr und hat so wenig Zeit für Schwimmtraining.

Alles in allem waren die Ergebnisse nicht schlecht. Allerdings wurde deutlich, dass es für eine Überraschung eben doch noch nicht reicht. Mit der 4x100m Freistilstaffel schafften es die Mädels zumindest den Weg für die Zukunft aufzuzeigen: Wille, Kampf und Mannschaftsgeist können zu einer guten Platzierung führen.

Magdeburg ist immer eine Reise wert

Bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften in Magdeburg stellten wir für Berlin mit 13 Teilnehmern das größte Aufgebot und so waren auch die Erwartungen hoch, was die Ergebnisse betraf.

Am ersten Tag war die Nervosität fast allen Sportlern anzumerken. Die Halle ist mit einer Ausnahme allen bekannt gewesen. Jedoch sorgte das besondere Umfeld eben dann doch für ein Wenig Fracksausen, mit dem jeder auf seine Art und Weise umging. Ab dem zweiten Tag waren dann doch alle wesentlich entspannter. Die Rahmenbedingungen waren äußerst gut. Wir wohnten 10 Minuten fußläufig zur Schwimmhalle entfernt, so dass auch mittags die Ruhezeit gegeben war.

Bei 58 Starts (inkl. Finalteilnahmen) waren am Ende36 persönliche Bestzeiten, 12 (!) Finalteilnahmen und drei Medaillen zu zählen. Canan Weber (JG 2000) schaffte im Schwimmmehrkampf die Bronze Medaille, genauso wie Maik-Sebastian Rieffenstahl (JG 1998) über 400m Lagen. Philipp Thiel (JG 1996), der zum neuen Schuljahr auf die Eliteschule des Sports wechselt, meldete sich eindrucksvoll über die 100m Brust mit Silber zurück. Maik schaffte es insgesamt über vier Strecken (von fünf) in sein Jahrgangsfinale und belohnte sich für eine sehr gute Saison mit der Bronzemedaille. Aber auch Anuschka Cox (JG1999), Josephine Lange (JG1999), Pia Ossenberg (JG1998), Benedikt-Jan Hoffmann (JG1997) und Jonas Schwarzenbacher (JG1997) schafften es in ein bzw. zwei Finals ihrer Jahrgänge. Benedikt hatte in seinem Finale etwas Pech damit, dass ihm eine Außenbahn über 100m Brust zugewiesen wurde, obwohl er im Vorlauf Zweitschnellster seines Jahrgangs war. Jedoch wurden die Jahrgänge 1997 und 1996 zusammen in die Finals gesetzt. Allerdings waren sich alle Trainer und Beobachter einig, dass er bei einem jahrgangsreinen Modus seine Nerven im Griff gehabt hätte und ebenfalls in die Medaillen geschwommen wäre. Was bleibt, ist die Lehre, dass man bei einem Wettkampf auf viele Eventualitäten treffen kann.

Pia schaffte nach derzeitigem Kenntnisstand die D/C-Kadernorm über 50m Freistil in 27,36 Sekunden (Norm auf Basis der Werte 2011/2012: 27,40 Sekunden). Damit würde sie ihren Status im Bundeskader behalten, was ein großer Erfolg für Schwimmerin und Trainerteam wäre. Bestätigungen für den Landeskader Berlin werden einige geschafft haben. Hier warten wir noch auf die Bestätigung der Kaderzeiten von Seiten des Verbands.

Amelie Baehr und Philipp Lüder bereiten große Freude über die langen Strecken 800m Freistil (Amelie) und 1500m Freistil (Philipp). Sie konnten sich hier ihre persönliche Bestätigung des guten Trainingsjahres holen. Das Gleiche gilt auch für Dennis Quindt über seine 400m Freistil. Hinzu kommt, dass man seine fast einjährige Pause beachten muss, die auch die Ergebnisse über 200m Freistil und Schmetterling in einem aussichtsreichen Licht erscheinen lassen. Marie Erler schaffte über die 50m und 100m Freistil für sich selbst gute Ergebnisse und behielt Anschluss zur deutschen Spitze. Ebenso, wie Josephine Lange und Anuschka Cox – Josephine mit einer guten 400m Lagenzeit und einem sehr guten Finale über 200m Schmetterling und Platz 5, Anuschka überzeugte über die 100m Rücken mit Platz 6.

Leonard Thiel wusste seine spitzen Leistungen von den Norddeutschen Meisterschaften im Schwimmmehrkampf leider nicht zu wiederholen. Bei ihm bleiben die Berliner Meisterschaften abzuwarten, um eine endgültige Ursachenforschung anstellen zu können. Schön war es, dass er gerade am letzten Tag noch einmal mit viel Kampf die 200m Lagen absolvierte, auch wenn seine Bestzeit nicht erreicht wurde. In dem Mehrkampf müssen die jüngsten Teilnehmer über 50m Beinbewegung, 100m und 200m Gesamtbewegung (jeweils in einer Schwimmart), 200m Lagen und 400m Freistil antreten. Canan Weber zeigte ihre ganze Klasse in der Rückenwertung und bestätigt ihren eingeschlagenen Weg mit einer sehr guten Bronzemedaille.

Was bleibt von diesen Meisterschaften hängen?

Vor allem die Jahrgangsmeisterschaften machten deutlich, dass unser vor 10 Jahren begonnener Weg auch national anfängt Früchte zu tragen. Bestimmen unsere Sportlerinnen und Sportler doch meist das Gro im Berliner Nachwuchsbereich, so zeigte sich aber auch, dass es für die nationale Spitze eben noch nicht immer reicht. Gerade bei diesen Jahrgängen ist zu beobachten, dass das biologische Alter für die Platzierung entscheidend ist. Besonders bei den Jungs gibt es bei Körperhöhe und den anderen körperlichen Faktoren große Diskrepanzen. Diese sind für die noch „junggebliebenen“ Sportler meist nur durch großes Talent (kurzfristig) und einer nachhaltigen Trainingsarbeit (mittel- und langfristig) abzubauen. Wachstum und das „körperliche Erwachsenwerden“ sind eben wenig beeinflussbar. Unser eingeschlagener Weg des kontinuierlichen Leistungsaufbaus in der Trainingsgestaltung und der Ausbildung der Persönlichkeit zum Leistungssportler werden aber durch die vielen sehr guten und guten Leistungen bestätigt.

Mit den Platzierungen in den Finals und vor allem der Bestzeitentwicklung im Saisonverlauf wurde dieser Weg bestätigt. Es gilt also auch Ruhe zu bewahren und mit offenen Augen durch die Schwimmwelt zu gehen (im Großen) und die Entwicklung des Einzelnen im Training und Wettkampf (im Kleinen) genau zu betrachten. Nicht jede/r wird am Ende die Chance haben den ganz großen Wurf zu machen. Aber alle sind durchaus in der Lage für sich persönlich noch viele Jahre schöne Erfolge zu erlangen. Das gilt natürlich auch für die Aktiven unseres Vereins, die es dieses Mal nicht zu den nationalen Titelkämpfen geschafft haben.

Ein abschließendes Saisonfazit ist erst nach den Berliner Meisterschaften möglich. Wir können aber heute schon mit viel Stolz auf unsere „kleinen“ Großen blicken.

Abschließend ein paar Worte an die Schwimmerinnen und Schwimmer:

Wenn ihr diesen Artikel lest, so erinnert euch nochmal an die schönen Tage in Berlin und Magdeburg. Ihr nehmt tolle Erfahrungen mit, die ihr machen durftet, die anderen in eurem Alter verborgen bleiben. Freut euch über eure Ergebnisse in dieser Saison und die erreichten Platzierungen. Die Zukunft im Leistungsport Schwimmen unseres Vereins gehört euch. Eure Trainer und auch die Vereinsführung werden immer hinter euch stehen, ihr müsst das Angebot nur annehmen.

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